{"id":152,"date":"2014-06-03T20:27:19","date_gmt":"2014-06-03T18:27:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heilbronn.rote-hilfe.de\/?p=152"},"modified":"2014-06-03T20:28:02","modified_gmt":"2014-06-03T18:28:02","slug":"21-6-2014-demonstration-in-gedenken-an-halim-dener","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.heilbronn.rote-hilfe.de\/?p=152","title":{"rendered":"21.6.2014: Demonstration in Gedenken an Halim Dener"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/halimdener.blogsport.eu\/files\/2014\/04\/halim.dener-logo-v5-header-anim1.gif\" alt=\"\" width=\"1260\" height=\"240\" \/>Die Rote Hilfe e.V. ruft zur Demonstration &#8222;Halim Dener &#8211; gefoltert. gefl\u00fcchtet. verboten. erschossen.&#8220; auf! Im folgenden der Demonstrationsaufruf:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor 20 Jahren wurde Halim Dener von einem deutschen Polizisten in Hannover erschossen. Wir erinnern an die Ereignisse der Jahre 1993\/94 und stellen sie in einen Kontext mit der heutigen Situation in Kurdistan und der BRD.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Kommt zur bundesweiten Demonstration<\/strong><br \/>\n21.06.2014 | 14.00 Uhr<br \/>\nHannover | Steintor<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>gefoltert.<\/strong><br \/>\nDer 16-j\u00e4hrige Kurde Halim Dener musste 1994 vor der Verfolgung durch den Staat T\u00fcrkei aus seiner Heimat fliehen. Damals zerst\u00f6rte das t\u00fcrkische Milit\u00e4r 4.000 D\u00f6rfer \u2013 so auch Halims Dorf in der N\u00e4he von \u00c7ewlik (t\u00fcrk.: Bing\u00f6l). 17.000 \u201eMorde unbekannter T\u00e4ter&#8220;, Verschwundene und Folter waren die g\u00e4ngige Praxis von Polizei, Geheimdienst und Paramilit\u00e4rs. Halim selbst wurde nach einer Festnahme von der t\u00fcrkischen Polizei eine Woche lang verh\u00f6rt und gefoltert. Aktuell wird \u00fcber einen Friedensprozess debattiert, doch hat sich die Situation kurdischer Jugendlicher in\u00a0 t\u00fcrkischen Gef\u00e4ngnissen nicht grundlegend ge\u00e4ndert: Gewalt, Folter und sexuelle \u00dcbergriffe stehen nach wie vor auf der Tagesordnung. Und auch auf der Stra\u00dfe werden weiterhin Jugendliche in Auseinandersetzungen mit der Polizei get\u00f6tet. In den deutschen Medien wird der Kurdistan- Konflikt weitgehend verschwiegen. Die BRD ist jedoch durch die Bek\u00e4mpfung der kurdischen Bewegung sowie Waffenlieferungen und milit\u00e4rische Zusammenarbeit im Rahmen der NATO-Partnerschaft selbst aktiver Teil des Kurdistan-Konflikts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>gefl\u00fcchtet.<\/strong><br \/>\nHalim fl\u00fcchtete vor Krieg und Verfolgung unter falschem Namen, um seine Familie in der Heimat nicht zu gef\u00e4hrden. Als minderj\u00e4hriger, unbegleiteter Fl\u00fcchtling kam er in die BRD. Hier war nach \u00f6ffentlicher rassistischer Hetze und Pogromen an Fl\u00fcchtlingen und Migrant*innen 1993 das Grundrecht auf Asyl durch \u00c4nderung des Grundgesetzes faktisch abgeschafft worden. Infolgedessen sank die Quote der Anerkennung auf Asyl von damals bereits geringen 4,3% auf 0,8% im Jahr 2006. Heute fliehen Menschen aus den Konfliktzonen, wie z.B.\u00a0 Syrien oder Libyen, um in Europa ihr Leben in Sicherheit weiterf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Darunter sind viele Minderj\u00e4hrige, die teilweise ohne\u00a0 Familienanschluss die gef\u00e4hrliche Flucht auf sich nehmen. Fl\u00fcchtlingen und Migrant*innen schl\u00e4gt immer wieder, auch von Seiten der\u00a0 Beh\u00f6rden, blanker Rassismus entgegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>verboten.<\/strong><br \/>\nIm November 1993 wurde nach einer beispiellosen Hetzkampagne gegen die kurdische Bev\u00f6lkerung in der BRD die Arbeiterpartei\u00a0 Kurdistans (PKK) und alle ihr nahestehenden Organisationen als \u201eTerrororganisation&#8220; verboten. Es folgte eine Welle von Durchsuchungen\u00a0 und Verhaftungen. Durch \u00f6ffentliche Hetze gegen Kurd*innen wurde ein Klima von Hass und Angst geschaffen, das von einer simplen\u00a0 Gleichung bestimmt war: \u201eKurd*innen = PKK = Terrorist*innen&#8220;. Das Verbot hat nach wie vor Bestand und findet rege Anwendung. So trifft\u00a0 die Repression kurdische Kulturvereine und \u00f6ffentliche Strukturen der kurdischen Bewegung, insbesondere aber kurdische Jugendliche\u00a0 und Aktivist*innen, die sie sich mit der Bewegung identifizieren und politisch engagieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>erschossen.<\/strong><br \/>\nAuch in der BRD setzte sich Halim f\u00fcr die kurdische Bewegung ein. So plakatierte er wenige Wochen nach seiner Flucht in Hannover Plakate mit dem Emblem der ERNK, des (damaligen) politischen Arms der PKK. Dabei wurde Halim in der Nacht vom 30.06.1994 von SEK-Polizisten in Zivil \u00fcberrascht und ihm bei der Festnahme aus k\u00fcrzester Entfernung in den R\u00fccken geschossen. An dieser\u00a0 Schussverletzung starb Halim wenig sp\u00e4ter. Der Polizist wurde von seinen Kolleg*innen gedeckt, sodass die Tat nie angemessen\u00a0 aufgekl\u00e4rt werden konnte. In einem drei Jahre dauernden, zweifelhaften Prozess wurde er schlie\u00dflich freigesprochen. Diese T\u00f6tung durch\u00a0 Polizist*innen ist kein Einzelfall; Christy Schwundeck, Oury Jalloh oder Achidi John sind weitere bekannte Opfer. Auch Polizeigewalt, die\u00a0 gedeckt und vertuscht wird, sowie Kontrollen nach dem sogenannten &#8222;Racial Profiling&#8220; sind an der Tagesordnung. Halim Dener\u00a0 repr\u00e4sentiert in seiner Person viele verschiedene K\u00e4mpfe, die hier in der BRD und auf der Welt gef\u00fchrt werden \u2013 der Kurdistan-Konflikt, die\u00a0 Frage von Krieg und Flucht, Repression linker Ideen und Organisationen sowie (rassistische) Polizeigewalt. Halims Geschichte und Tod\u00a0 sind kein Einzelfall!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Deshalb fordern wir:<br \/>\n\u2022 Schluss der milit\u00e4rischen Zusammenarbeit der BRD mit der T\u00fcrkei!<br \/>\n\u2022 Ende des Exports deutscher Waffen!<br \/>\n\u2022 Bleiberecht f\u00fcr Alle!<br \/>\n\u2022 Weg mit dem PKK-Verbot!<br \/>\n\u2022 L\u00fcckenlose Aufkl\u00e4rung rassistischer Polizeigewalt!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kampagne Halim Dener<br \/>\nBlog: <a class=\"jcepopup\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/halimdener.blogsport.eu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/halimdener.blogsport.eu<\/a><br \/>\nKontakt: <a href=\"mailto:halim.dener@riseup.net\">halim.dener@riseup.net<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Bundesweite Demonstration<\/strong><br \/>\n<strong>21.06.2014 | 14.00 Uhr<\/strong><br \/>\n<strong>Hannover | Steintor<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Zur Demo rufen auf:<br \/>\n<\/strong>YXK &#8211; Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. | Ciwan\u00ean Azad | Rote Hilfe e.V., G\u00f6ttingen | Interventionistische Linke Hannover (iL Hannover) | seered!, D\u00fcsseldorf | Antifaschistische Linke International (A.L.I.), G\u00f6ttingen | ATES.H &#8211; f\u00fcr eine sozialrevolution\u00e4re\u00a0 Perspektive, Hamburg | Kampagne TATORT Kurdistan | Antifaschistische Offensive Leipzig (AOLe) | Gruppe Subvertere, Kiel<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8230; weitere Unterst\u00fctzer*innen werden auf dem Blog ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rote Hilfe e.V. ruft zur Demonstration &#8222;Halim Dener &#8211; gefoltert. gefl\u00fcchtet. verboten. erschossen.&#8220; auf! 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